Employee Advocacy im Mittelstand: Mitarbeitende erzeugen Reichweite, Engagement und Leads über LinkedIn

Employee Advocacy Programm aufbauen: Anleitung für den Mittelstand

Employee Advocacy macht Mitarbeitende zu Markenbotschaftern auf LinkedIn. Der Effekt ist belegt: Inhalte, die Mitarbeitende teilen, erreichen im Schnitt die zehnfache Reichweite von Unternehmensseiten.

Trotzdem haben laut einer Studie der LMU München nur 25 Prozent aller mittelständischen Unternehmen eine aktive LinkedIn-Präsenz.

Dieser Artikel zeigt Schritt für Schritt, wie Marketing-Teams mit weniger als zehn Personen ein Employee Advocacy Programm aufbauen, welche Fehler den Start ruinieren und welche Kennzahlen wirklich zählen.

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Eine klare Struktur, schnelle Ladezeiten und saubere Conversion-Wege entscheiden, ob aus Reichweite echte Anfragen werden.

Inhaltsübersicht

Was Employee Advocacy bedeutet (und was nicht)

Employee Advocacy beschreibt ein strukturiertes Programm, bei dem Mitarbeitende freiwillig fachliche Inhalte und Unternehmensbotschaften über ihre persönlichen Social-Media-Profile teilen. Das Ziel: organische Reichweite aufbauen, Vertrauen stärken und Leads generieren.

Der Begriff wird häufig mit Employer Branding und Corporate Influencing verwechselt. Alle drei Ansätze nutzen Social Media, verfolgen aber unterschiedliche Ziele und funktionieren nach unterschiedlichen Regeln.

Abgrenzung: Employee Advocacy, Employer Branding, Corporate Influencing

KriteriumEmployee AdvocacyEmployer BrandingCorporate Influencing
ZielReichweite und Vertrauen über Mitarbeiter-NetzwerkeArbeitgebermarke stärken, RecruitingThought Leadership einzelner Personen
Wer ist aktiv?Möglichst viele Mitarbeitende, freiwilligMarketing- und HR-Team, zentral gesteuert1 bis 3 ausgewählte Personen, oft C-Level
KanälePersönliche LinkedIn-Profile, ggf. weitere NetzwerkeKarriereseite, Jobportale, Company PagePersönliche Profile, Konferenzen, Podcasts
ContentFachliche Inhalte, Einblicke, geteilte ArtikelArbeitgeber-Stories, Benefits, Team-EinblickeEigene Beiträge, Interviews, Keynotes
Aufwand pro PersonGering: 10 Minuten, 3x pro WocheMittel bis hoch, zentrales TeamHoch, eigene Content-Produktion
SkalierbarkeitHoch, jede Person kann teilnehmenBegrenzt, abhängig von HR-KapazitätNiedrig, an Einzelpersonen gebunden
Typischer EffektOrganische Reichweite, Leads, VertrauenBewerbungen, Arbeitgeber-WahrnehmungSichtbarkeit der Person, Markenassoziation

Employee Advocacy ist damit der breiteste der drei Ansätze. Es setzt nicht auf ein zentrales Team oder einzelne Köpfe, sondern auf die Summe vieler authentischer Stimmen.

Warum die Firmenseite allein nicht mehr reicht

Die organische Reichweite von Unternehmensseiten auf LinkedIn sinkt seit Jahren. Company-Page-Beiträge erreichen laut Gitnux häufig weniger als 2 Prozent der Follower. Der LinkedIn-Algorithmus bevorzugt Inhalte von Personenprofilen gegenüber Unternehmensseiten.

Gleichzeitig verfügen Mitarbeitende im Schnitt über ein zehnmal größeres Netzwerk als die Firmenseite selbst. Wer also ausschließlich über die Company Page kommuniziert, verschenkt 90 Prozent der potenziellen Reichweite.

Employee Advocacy schließt diese Lücke, ohne dass dafür Werbebudget nötig ist. Der Kanal sind die Menschen, die ohnehin im Unternehmen arbeiten.

Warum Employee Advocacy gerade jetzt relevant ist

Die Vertrauenskrise: Menschen vertrauen nur noch ihrem engsten Kreis

Der Edelman Trust Barometer 2026 zeichnet ein klares Bild. 70 Prozent der Befragten weltweit sind nicht bereit oder zögern, jemandem zu vertrauen, der andere Werte, Informationsquellen oder Hintergründe hat. In Deutschland liegt dieser Wert bei 81 Prozent.

Gleichzeitig ist das Vertrauen in Personen aus dem direkten Umfeld gestiegen. Kolleginnen und Kollegen verzeichnen einen Vertrauenszuwachs von 11 Punkten, der eigene CEO einen Zuwachs von 9 Punkten. Der eigene Arbeitgeber ist mit 78 Prozent Vertrauen die am höchsten bewertete Institution, 14 Punkte vor „Wirtschaft” im Allgemeinen und 25 Punkte vor „Regierung”.

Für Employee Advocacy bedeutet das: Mitarbeitende sind genau die Stimmen, denen B2B-Entscheider noch zuhören. Nicht die Firmenseite, nicht die Anzeige, sondern die Fachperson, die aus ihrem Arbeitsalltag berichtet.

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Der Mittelstand auf LinkedIn: verschenktes Potenzial

Eine gemeinsame Studie der LMU München und der Kommunikationsagentur In A Nutshell zeigt, wie groß die Lücke ist. Nur jedes vierte mittelständische Unternehmen ist mit einem aktiven Account auf LinkedIn vertreten. Fast 90 Prozent aller Mittelstands-CEOs haben keinen aktiven LinkedIn-Account oder posten dort nicht.

Zum Vergleich: Bei den DAX-40-Unternehmen liegt die LinkedIn-Aktivitätsrate bei 100 Prozent. Der Mittelstand verschenkt einen Kanal, den Konzerne systematisch bespielen.

LinkedIn-Aktivität im Vergleich

DAX-40-Unternehmen
100 %
Mittelstand (KMU)
25 %

Quelle: LMU München / In A Nutshell, 2024

Employee Advocacy ist der schnellste Weg, diese Lücke zu schließen. Der Grund: Es hängt nicht am Budget, sondern an der Aktivierung von Menschen, die bereits im Unternehmen sind.

Was Employee Advocacy konkret bringt: Zahlen statt Bauchgefühl

Employee Advocacy klingt plausibel. Aber überzeugt es auch die Geschäftsführung? Die folgenden Zahlen stammen aus unabhängigen Studien und Plattform-Daten. Sie liefern die Grundlage für einen Business Case, der sich in einer Vorstandspräsentation halten lässt.

Reichweite und Engagement

Mitarbeitende verfügen im Durchschnitt über ein zehnmal größeres Netzwerk als die Unternehmensseite (LinkedIn). Inhalte, die von Mitarbeitenden geteilt werden, werden laut Gitnux 24-mal häufiger weiterverbreitet als Firmen-Posts.

Die Klickrate verdoppelt sich, wenn ein Beitrag von einer Person statt von einer Firmenseite kommt (LinkedIn). Der DSMN8 Benchmark Report 2025 bestätigt: 73 Prozent der Social-Media-Manager berichten, dass Employee Advocacy das Engagement ihrer Marke verdoppelt. 26 Prozent sagen, es verdreifacht sich.

Reichweite: Mitarbeitende vs. Firmenseite​

Vergleich zentraler Kennzahlen. Darstellung als Faktor (Firmenseite = 1)

Quelle: LinkedIn, GaggleAMP, DSMN8 Benchmark Report 2025

Leads und Umsatz

Leads über Mitarbeiterprofile konvertieren siebenmal häufiger als Leads aus anderen Quellen (IBM). Unternehmen mit einem aktiven Employee Advocacy Programm verzeichnen laut Gitnux 20 Prozent höheres Umsatzwachstum als Unternehmen ohne Programm.

Laut dem Hinge Research Institute konnten 64 Prozent der Teilnehmenden an einem formellen Advocacy-Programm neue Geschäftskontakte direkt auf ihre LinkedIn-Aktivität zurückführen. Fast 45 Prozent berichten von neuen Umsatzquellen.

Lead-Konversion über Mitarbeiterprofile
7× höher
Neue Geschäftskontakte durch Advocacy
64 %
Umsatzwachstum mit aktivem Programm
20 %

Quellen: IBM / ClearView Social, Hinge Research Institute, Gitnux 2026

Mehr LinkedIn-Reichweite, aber zu wenige Anfragen?

Employee Advocacy kann mehr Besucher auf die Website bringen. Ob daraus Leads werden, hängt oft von der technischen Basis ab: Ladezeiten, mobile Darstellung, Formularfunktionen und eine saubere Seitenstruktur.

Recruiting und Retention

Unternehmen mit einem erfolgreichen Advocacy-Programm haben eine 58 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, qualifizierte Bewerbende anzuziehen (LinkedIn). Die Mitarbeiterbindung steigt um 20 Prozent.

Das passt zur Realität vieler KMU: 79 Prozent der Bewerbenden nutzen Social Media bei der Jobsuche (Glassdoor). Wer dort nicht sichtbar ist, existiert für potenzielle Mitarbeitende schlicht nicht.

Wussten Sie, dass ...?

44 Prozent aller Mitarbeitenden teilen bereits freiwillig Inhalte ihres Arbeitgebers in sozialen Netzwerken. Allerdings fehlen den meisten die passenden Werkzeuge und klare Richtlinien, um das wirksam zu tun.

Employee Advocacy formalisiert, was ohnehin passiert. Der Unterschied zwischen gelegentlichem Teilen und einem messbaren Kanal ist ein System: Content-Vorschläge, ein Profil-Check und 10 Minuten Routine pro Woche.

Quelle: Gitnux, Employee Advocacy Statistics, Dezember 2025

Die 5 häufigsten Fehler beim Start eines Employee Advocacy Programms

Die meisten Advocacy-Programme scheitern nicht an mangelndem Interesse, sondern an vermeidbaren Fehlern in der Umsetzung.

Diese fünf Probleme tauchen in Studien und Praxisberichten regelmäßig auf.

1. Das gesamte Unternehmen auf einmal aktivieren

Der häufigste Reflex: alle ins Boot holen. Das überfordert sowohl die Organisation als auch die Mitarbeitenden. Programme, die mit einer Pilotgruppe von 5 bis 10 Personen starten, liefern schneller Ergebnisse und schaffen die Beweislage, um danach zu skalieren.

Die Pilotgruppe dokumentiert ihre Erfahrungen. Diese Ergebnisse sind das stärkste Argument für die nächste Welle.

2. Mitarbeitende zum Teilen zwingen

Pflicht-Posts zerstören genau das, was Employee Advocacy wertvoll macht: Authentizität. Algorithmen erkennen Copy-Paste-Inhalte und bewerten sie schlechter. Mitarbeitende, die unter Zwang posten, produzieren generische Inhalte, die niemand liest.

Freiwilligkeit ist die Grundlage. Wer den persönlichen Nutzen versteht, postet gerne. Wer nicht posten will, kann kommentieren. 5 Kommentare pro Woche sind ein vollwertiger Beitrag.

3. Nur Firmennews bereitstellen statt Mehrwert-Content

Pressemeldungen, Produktankündigungen und Unternehmens-Jubelmeldungen teilt niemand gerne. Laut Gitnux nennen 53 Prozent der Programm-Manager fehlenden Content als größte Hürde für die Adoption.

Die Lösung: Content, der die Mitarbeitenden als Fachperson positioniert:

  • Branchen-Insights
  • Praxis-Learnings
  • fachliche Einordnungen

Der ideale Mix liegt bei 60 Prozent Branchen-Content und 40 Prozent Unternehmens-Content (DSMN8 Benchmark Report 2025).

4. Keinen persönlichen Nutzen für die Mitarbeitenden aufzeigen

Employee Advocacy funktioniert, wenn beide Seiten profitieren. Für Mitarbeitende bedeutet das:

  • Personal Branding
  • Netzwerk-Aufbau
  • Sichtbarkeit als Fachperson
  • Karriereentwicklung

Die Zahlen stützen das: 96 Prozent der Teilnehmenden an formellen Advocacy-Programmen sagen, dass ihre Social-Media-Aktivität ihrer Karriere genutzt hat (DSMN8 Benchmark Report 2025). Dieses Argument gehört in jedes Kick-off-Meeting.

5. Einmal starten und dann vergessen

Die ersten Wochen laufen gut, dann sinkt die Beteiligung. 30 Prozent der Unternehmen nennen laut Gitnux die Motivation aufrechtzuerhalten als größte Herausforderung.

Ein Advocacy-Programm braucht feste Routinen:

  • wöchentliche Content-Vorschläge
  • monatliches Feedback
  • Anerkennung für aktive Teilnehmende

Ohne diesen Rhythmus wird aus dem Programm ein einmaliges Projekt.

"Employee Advocacy funktioniert nicht, weil man es anordnet. Es funktioniert, wenn Mitarbeitende erkennen, dass ihr Fachwissen auf LinkedIn einen echten Wert hat. Für sie selbst und für das gesamte Unternehmen."

Employee Advocacy Programm aufbauen: 5 Schritte für kleine Teams

Dieses System ist für Marketing-Teams mit weniger als zehn Personen ausgelegt. Es kommt ohne spezialisierte Software aus und lässt sich mit vorhandenen Tools (Microsoft Teams, Slack, eine einfache Tabelle) umsetzen.

Schritt 1: Ziele definieren, die zum Team passen

“Mehr Reichweite” ist kein Ziel, das sich vor der Geschäftsführung verteidigen lässt. Konkret formulieren: “20 Prozent mehr Website-Traffic über LinkedIn innerhalb von 3 Monaten” oder “5 qualifizierte Anfragen pro Quartal über persönliche Profile”.

Die Empfehlung: ein Hauptziel und eine messbare Kennzahl. Nicht fünf KPIs gleichzeitig.

Gute Einstiegsziele sind: Website-Traffic (messbar über UTM-Parameter), Engagement-Rate (Likes, Kommentare, Shares auf Mitarbeiter-Posts), Anzahl qualifizierter Leads über LinkedIn.

Sie wollen Ihre digitale Präsenz systematisch aufbauen?

Schritt 2: Freiwillige finden, nicht ernennen

Wer postet bereits gelegentlich auf LinkedIn? Wer kommentiert regelmäßig unter Branchenbeiträgen? Diese Personen bilden die Pilotgruppe. 3 bis 5 Personen aus verschiedenen Abteilungen sind ein guter Start.

Laut dem DSMN8 Benchmark Report 2025 planen 73 Prozent der Programm-Manager, die Beteiligung der Führungsebene zu stärken. Der Grund ist einfach: Wenn der CEO mitmacht, signalisiert das dem gesamten Unternehmen, dass Advocacy gewollt ist.

Wichtig: Niemanden ernennen, der nicht will. Freiwilligkeit ist der Kern. Wer nicht posten möchte, kann kommentieren oder intern Themen vorschlagen.

Schritt 3: Profile optimieren (der 20-Minuten-Check)

Ein unvollständiges LinkedIn-Profil untergräbt jeden Advocacy-Effekt. Die gute Nachricht: Die Optimierung dauert rund 20 Minuten. Die wichtigsten Elemente sind

  • Profilfoto
  • Headline
  • Info-Bereich
  • Featured-Bereich

Formel für die Headline:

Rolle | Kernkompetenz | typischer Anwendungsfall | Unternehmen

Beispiel: “Senior TYPO3 Developer | LTS-Upgrades und Performance-Optimierung | Enterprise CMS für den Mittelstand | .hyperdigital”

Der Info-Bereich folgt einer klaren Struktur: Problem der Zielgruppe, eigener Lösungsansatz, ein konkretes Beispiel, Kontaktmöglichkeit. Vier kurze Absätze, kein Lebenslauf.

Schritt 4: Content-System aufsetzen (die 60/40-Regel)

60 Prozent Branchen-Insights und Fach-Content, 40 Prozent Unternehmens-Content. Das ist der Mix, bei dem Programme laut DSMN8 die höchste Beteiligung erreichen.

4 Formate, die funktionieren:

  • Problem → Lösung → Ergebnis: Ausgangslage in einem Satz. Ansatz in einer Zeile. Effekt als Zahl oder Ergebnis.
  • Vorher/Nachher: Messbare Verbesserung, anonymisiert, keine Kundennamen.
  • Checkliste oder Insight (5 Punkte): Fachliches Learning als Micro-Guide, direkt anwendbar.
  • Gelesen und zusammengefasst: Einen Fachartikel oder Branchentrend in zwei Zeilen einordnen und den Link teilen.

Ein wöchentlicher Content-Vorschlag über den internen Kommunikationskanal reicht aus: Drei Themen zur Auswahl, fertig formulierte Stichpunkte, die jede Person individuell anpassen kann. Kein Copy-Paste!

Schritt 5: Messen, lernen, anpassen

Ohne Messung kein Beweis, ohne Beweis kein Budget.

4 Kern-KPIs reichen für den Start:

  1. Beteiligungsquote (wie viele Personen teilen regelmäßig?)
  2. Engagement-Rate (Likes, Kommentare, Shares)
  3. Website-Traffic über LinkedIn (UTM-Parameter nutzen)
  4. Anzahl qualifizierter Leads

Monatliches Review: Welche Beiträge haben funktioniert? Welche Themen haben Resonanz erzeugt? Was sagen die Teilnehmenden? Dieses Feedback ist der Treibstoff für den nächsten Monat.

Nach drei Monaten: Ergebnisse auswerten, der Geschäftsführung präsentieren, nächste Welle planen. Wer in der Pilotphase belastbare Zahlen liefert, bekommt Rückenwind für die Skalierung.

Welche Inhalte funktionieren (und welche nicht)

Die 4 Content-Formate, die auf LinkedIn Engagement bringen

Nicht jeder Beitrag muss ein eigener Artikel sein. Die wirksamsten Formate für Employee Advocacy auf LinkedIn sind kurz, konkret und persönlich. Alle vier lassen sich in unter 30 Minuten erstellen.

Problem, Lösung, Ergebnis

Ausgangslage in einem Satz, Ansatz in einer Zeile, Effekt als konkrete Zahl. Das knappste Format und das mit der höchsten Wirkung.

Vorher/Nachher

Eine messbare Verbesserung zeigen, ohne Kundennamen zu nennen. Beispiel: Ladezeit von 4,2 auf 1,1 Sekunden. Nachvollziehbar und konkret.

Checkliste mit 5 Punkten

Fachliches Learning als Micro-Guide. Die Zahl im Titel macht den Beitrag scannbar und verspricht klaren Nutzen für die Lesenden.

Gelesen & geteilt

Einen Fachartikel oder Trend in zwei Sätzen einordnen und verlinken. Positioniert die teilende Person als jemand, der kuratiert.

Was niemand teilen will: Pressemeldungen und Produktwerbung

Firmen-Pressemeldungen, reine Produktankündigungen und Selbstlob-Posts erzeugen weder Engagement noch Vertrauen. 53 Prozent der Programm-Manager nennen fehlenden teilenswerten Content als größte Hürde (Gitnux 2025).

Die Faustregel: Wenn ein Beitrag auch als Anzeige funktionieren würde, ist er kein Advocacy-Content. Advocacy lebt von der persönlichen Perspektive, nicht von der Unternehmensbotschaft.

Tools und Zeitaufwand: realistisch für KMU

Brauche ich eine spezialisierte Advocacy-Plattform?

Für Teams unter 20 Personen in den meisten Fällen: Nein. Ein interner Kommunikationskanal (Microsoft Teams, Slack oder vergleichbar) mit einem wöchentlichen Content-Vorschlag reicht aus.

Spezialisierte Plattformen wie Haiilo, DSMN8 oder Hootsuite Amplify bieten Funktionen wie zentrale Content-Bibliotheken, Gamification und detailliertes Reporting. Sie lohnen sich ab circa 50 Teilnehmenden oder wenn regulatorische Anforderungen (z. B. Compliance-Freigaben in der Finanzbranche) bestehen.

Für den Einstieg im Mittelstand gilt: Erst das System aufbauen, dann das Tool auswählen. Nicht umgekehrt.

Sichtbarkeit beginnt bei zugänglichen Inhalten.

Wer auf LinkedIn Reichweite aufbaut, schickt Menschen auf die eigene Website. Damit dort niemand ausgeschlossen wird, muss sie einwandfrei barrierefrei funktionieren.

Der realistische Zeitaufwand: 10 Minuten, 3x pro Woche

Die Grundroutine für jede teilnehmende Person: dreimal pro Woche 10 Minuten für Kommentare und Interaktion auf LinkedIn. Dazu ein eigener kurzer Beitrag alle 2 bis 4 Wochen, der circa 20 Minuten kostet.

Für die Person, die das Programm koordiniert (oft die Marketing-Leitung), kommt ein wöchentlicher Zeitaufwand von circa 30 bis 60 Minuten hinzu: Content-Vorschläge vorbereiten, Ergebnisse sichten, Feedback sammeln.

Das ist ein realistischer Aufwand, auch für Mitarbeitende mit vollem Terminkalender.

"Wenn ich auf LinkedIn über meine TYPO3-Extensions oder Community-Arbeit poste, kommt das spannendste Feedback oft von Leuten, die ich nie aktiv kontaktiert hätte. Genau da entsteht echter Mehrwert."

FAQ - Häufige Fragen zu Employee Advocacy

Employee Advocacy nutzt die persönlichen Netzwerke der Mitarbeitenden, um fachliche Inhalte und Unternehmensbotschaften zu verbreiten.

Employer Branding ist eine zentral gesteuerte Strategie zur Positionierung als attraktiver Arbeitgeber. Advocacy setzt auf Breite und Freiwilligkeit, Employer Branding auf zentrale Steuerung und Recruiting-Ziele.

Mit einer Pilotgruppe von 3 bis 5 Personen, die bereits auf LinkedIn aktiv sind. Profile optimieren, wöchentliche Content-Vorschläge bereitstellen, ein messbares Ziel definieren und nach 4 Wochen die ersten Ergebnisse auswerten. Dann entscheiden, ob und wie skaliert wird.

Mitarbeitende erreichen im Schnitt die zehnfache Reichweite der Company Page (LinkedIn). Leads über Mitarbeiterprofile konvertieren laut IBM siebenmal häufiger. Unternehmen mit aktivem Advocacy-Programm verzeichnen laut Gitnux 20 Prozent höheres Umsatzwachstum.

Fachliche Inhalte, die die Mitarbeitenden als Expertinnen und Experten positionieren: Projekt-Learnings, Branchentrends, Checklisten, Zusammenfassungen relevanter Artikel. Der bewährte Mix liegt bei 60 Prozent Branchen-Content und 40 Prozent Unternehmens-Content.

Den persönlichen Nutzen in den Vordergrund stellen: Netzwerk-Aufbau, Sichtbarkeit als Fachperson, Karriereentwicklung. 96 Prozent der Teilnehmenden an formellen Programmen sagen, dass die Aktivität ihrer Karriere genutzt hat (DSMN8 2025). Freiwilligkeit und niedrige Einstiegshürden sind entscheidend.

Für Teams unter 20 Personen reicht ein interner Kommunikationskanal mit wöchentlichen Content-Vorschlägen. Spezialisierte Plattformen lohnen sich erst ab 50 Teilnehmenden oder bei regulatorischen Anforderungen wie Compliance-Freigaben.

Vier Kern-KPIs reichen für den Start: Beteiligungsquote (wie viele Personen teilen regelmäßig), Engagement-Rate (Likes, Kommentare, Shares), Website-Traffic über UTM-Parameter und die Anzahl qualifizierter Leads, die über Mitarbeiterprofile eingehen.

Nächste Schritte

Wer Employee Advocacy in seinem Unternehmen aufbauen will, kann in den nächsten 30 Tagen folgende Schritte umsetzen:

Diese Woche: Identifizieren Sie drei bis fünf Personen im Unternehmen, die bereits gelegentlich auf LinkedIn aktiv sind. Ein kurzer Blick in die Profile reicht: Wer kommentiert? Wer teilt? Wer postet selbst?

Sprechen Sie diese Personen an und prüfen Sie, ob sie freiwillig an einer Pilotgruppe teilnehmen würden.

In den nächsten 14 Tagen: Definieren Sie ein konkretes, messbares Ziel für die ersten drei Monate. Nicht “mehr Reichweite”, sondern “20 Prozent mehr Website-Traffic über LinkedIn” oder “fünf qualifizierte Anfragen über Mitarbeiterprofile”.

Stellen Sie sicher, dass Sie dieses Ziel vor der Geschäftsführung verteidigen können.

In den nächsten 30 Tagen: Optimieren Sie die Profile der Pilotgruppe (jeweils 20 Minuten). Richten Sie einen geteilten Kanal in Microsoft Teams oder Slack für wöchentliche Content-Vorschläge ein.

Veröffentlichen Sie den ersten gemeinsamen Beitrag und messen Sie das Ergebnis.

Nach 90 Tagen lohnt sich die erste Auswertung:

  • Welche KPIs haben sich entwickelt?
  • Welche Personen sind aktiv?
  • Welche Inhalte haben funktioniert?

Auf dieser Basis entscheiden Sie, ob das Programm skaliert wird oder Anpassungen braucht.

Sie wollen Employee Advocacy in Ihrem Unternehmen aufbauen?

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